07.02.2018 rss_feed

Aktuelle Einschätzung des FLI zur Afrikanischen Schweinepest

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat im aktuellen Radar-Bulletin die letzten Entwicklungen zur Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Osteuropa zusammengefasst und weist auf die weiterhin hohe Gefahr eines Viruseintrags nach Deutschland hin. Seit dem letzten Radar-Bulletin vom November 2017 hat es in Osteuropa 20 Ausbrüche bei Hausschweinen gegeben. Davon wurden 13 in der Ukraine, 3 in Polen sowie jeweils zwei in Moldawien und Rumänien nachgewiesen. Betroffen waren meist Kleinbetriebe.


Bei Wildschweinen wurden im Dezember 636 Fälle (bei 1.163 untersuchten Tieren) und bis zum 23. Januar 496 Fälle (bei 1.026 untersuchten Tieren) nachgewiesen. Dabei verweist das FLI darauf, dass am 16. Januar 2018 in Polen südlich der Grenze zur russischen Enklave Kaliningrad das Virus bei drei tot aufgefundenen Wildschweinen nachgewiesen wurde. Hier scheint sich ein neuer Infektionsherd etabliert zu haben, der nur noch rund 400 Kilometer von der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern entfernt ist. Die in Tschechien im Dezember 2017 außerhalb der ursprünglich betroffenen Kernzone in der Region Zlin aufgefunden und infizierten Wildschweine werfen zudem die Frage auf, ob das Virus hier den Sprung aus der Kernzone heraus geschafft hat. Hier wurde zunächst eine intensive Bejagung der Wildschweine durchgeführt, die mittlerweile wieder eingestellt wurde. Das FLI warnt deshalb eindringlich vor dem Verbringen von Schweine- oder Wildschweinefleisch bzw. Fleischerzeugnissen aus den betroffenen Ländern nach Deutschland. Zudem weist das FLI darauf hin, dass auch der Jagdtourismus eine Risikoquelle darstellt.

Quelle: Radar Bulletin des FLI