13.10.2021

DGfZ-Förderpreise 2020 und 2021

v.l.n.r. Dr. Manuel Du, Dr. Dr. Katharina M, Ricarda Elisabeth Jahnel

v.l.n.r. Dr. Manuel Du, Dr. Dr. Katharina M, Ricarda Elisabeth Jahnel


Coronabedingt wurden in diesem Jahr sowohl die DGfZ-Förderpreise 2020 als auch 2021 vergeben. Die würdige Verleihung fand im Steigenberger Hotel in Berlin statt und war eingebettet in den Kongress zur Zucht und Haltung von Rind und Schwein, der vom BMEL in Kooperation mit der DGfZ, dem BRS und der DVG veranstaltet wurde. Bereits um kurz nach 8 Uhr morgens war der Saal gut gefüllt, denn die meisten anwesenden Wissenschaftler und Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung wollten sich die Vorträge der ausgezeichneten Jungwissenschaftler nicht entgehen lassen. Die Jury der DGfZ bewies in den letzten Jahren ein ausgezeichnetes Händchen bei der Wahl der förderwürdigen Arbeiten und viele ehemalige Preisträger gehören mittlerweile zu den führenden Wissenschaftlern im deutschsprachigen Raum.

 


In der Kategorie Dissertation fiel die Wahl der Jury 2020 auf Frau Dr. Dr. Katharina May vom Institut für Tierzucht und Haustiergenetik, Professur für Tierzüchtung der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sie schrieb ihre Arbeit über das Thema: Genomische, molekulargenetische und phänotypische Analysen zu Robustheit und Resistenz am Beispiel endoparasitärer Infektionen bei Milchkühen. Frau Dr. Dr. May bewarb sich gleich mit zwei Summa cum laude bewerteten Dissertationen, von der die oben genannte als Beste aller eingereichten Arbeiten beurteilt wurde. Die Kombination aus agrarwissenschaftlicher und veterinärmedizinischer Forschung unter Verwendung eines sehr breiten, innovativen Methodenspektrums ist herausragend. Das Besondere der Dissertation von Frau May ist die Kombination innovativer Grundlagenforschung mit neuen Erkenntnissen für die Praxis. Sie klärt unbekannte Mechanismen der Wirt-Parasiten-Interaktion auf. Frau May konnte zeigen, dass die Zucht auf eine verbesserte Leberegel-Resistenz aufgrund der hohen additiv-genetischen Varianz und auf Basis genomischer Daten etabliert werden kann. Die Selektion auf resistente Tiere ist damit möglich, infolgedessen werden das Tierwohl gesteigert und wirtschaftliche Verluste reduziert.


v.l.n.r. Dr. Erwin Hasenpusch, Dr. Dr. Katharina May, Dr. Bettina Bongartz

v.l.n.r. Dr. Erwin Hasenpusch, Dr. Dr. Katharina May, Dr. Bettina Bongartz

Der große innovative Charakter der Studie sowie die hohe praktische Relevanz sind bestechend, so das Urteil der Jury. Frau Dr. May leitet mittlerweile ein eigens DFG-Projekt, in dem sie ihre Forschungsarbeiten auf dem Gebiet fortsetzt.



Bei den Masterarbeiten 2020 konnte die Arbeit von Ricarda Elisabeth Jahnel von der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock überzeugen. Frau Jahnel hat mit ihrer Arbeit Schätzung genetischer Parameter des Milchharnstoffgehaltes mit Hilfe von Random-Regression Modellen eine sehr gute Arbeit von außergewöhnlich hoher praktischer Relevanz vorgelegt. Ihre Ergebnisse im Projekt Blue Cow fanden bereits Eingang in die neu etablierte Zuchtwertschätzung für den Harnstoffgehalt beim VIT Verden, so die DGfZ-Jury.


v.l.n.r. Dr. Bettina Bongartz, Ricarda Elisabeth Jahnel, Dr. Erwin Hasenpusch

v.l.n.r. Dr. Bettina Bongartz, Ricarda Elisabeth Jahnel, Dr. Erwin Hasenpusch


In der Rubrik Dissertation fiel die Wahl für 2021 auf Dr. Manuel Du vom Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V. Er schrieb seine Arbeit zum Thema: Stochastic simulation studies for honeybee breeding,

Dr. Du hat sich im Rahmen seiner Promotion mit nachhaltigen Selektionsstrategien für kleine Zuchtpopulationen beschäftigt. Aufgrund der genetischen und reproduktionsbiologischen Besonderheiten der Honigbiene ist die züchterische Verbesserung erheblich schwieriger als bei anderen landwirtschaftlichen Nutztieren. Durch Simulationen können Zuchtstrategien langfristig bewertet werden. Geeignete Konzepte und Software liegen für andere Nutztierarten vor, nicht aber für die Honigbiene, bei der die Besonderheiten dieser Spezies berücksichtigt werden müssen. Mit Hilfe umfangreicher Langzeitsimulationen konnten in der Arbeit von Dr. Du zum ersten Mal solide Konzepte für nachhaltige Zuchtprogramme für Honigbienen vorgestellt werden, die bereits jetzt schon zu Überlegungen zum Aufbau von Honigbienen-Zuchtprogrammen in einigen Ländern geführt haben.


v.l.n.r. Dr. Bettina Bongartz, Dr. Manuel Du, Dr. Erwin Hasenpusch

v.l.n.r. Dr. Bettina Bongartz, Dr. Manuel Du, Dr. Erwin Hasenpusch

Die Deutsche Gesellschaft für Züchtungskunde hat 2004 damit begonnen, besonders interessante und richtungweisende wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten im Bereich der Nutztierwissenschaften mit einem Preis auszuzeichnen. Damit fördert und motiviert die DGfZ den wissenschaftlichen Nachwuchs. Traditionell werden die Preisträger auf der Jahrestagung geehrt und können dort ihre Arbeit persönlich einem fachkundigen Publikum vorstellen. Gefördert werden Dissertationen mit 1.500 € und Masterarbeiten mit 500 €.

Quelle: DGfZ