Mitte September 2026 zogen die elf vom BMLEH geförderten Verbundforschungsprojekte zur Verbesserung des digitalen Datenaustauschs in der Landwirtschaft in Bonn eine Zwischenbilanz. Im Fokus steht die bessere Vernetzung digitaler Systeme entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Drei projektübergreifende Arbeitsgruppen entwickeln dazu Lösungen für Datenräume, Schnittstellen, Sensorik und praxisnahe Anwendungen. Erste Ergebnisse zeigen, wie Sensordaten künftig einfacher ausgetauscht und genutzt werden können. Damit sollen digitale Technologien schneller in die Praxis gelangen und Arbeitsabläufe effizienter und verlässlicher werden. BLE

Das Friedrich-Loeffler-Institut FLI hat eine Umfrage veröffentlicht. Aviäre Influenza (Vogelgrippe) und Afrikanische Schweinepest (ASP) betreffen nicht nur die Tiergesundheit. Die Tierseuchen können auch Auswirkungen auf landwirtschaftliche Betriebe, Verbraucherinnen und Verbraucher, Märkte und das gesellschaftliche Leben haben. Im europäischen Forschungsprojekt WiLiMan-ID werden daher die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Tierseuchen aus Sicht verschiedener Betroffener untersucht. Gesucht werden Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter, Schweinehalterinnen und Schweinehalter sowie Verbraucherinnen und Verbraucher, die an einer Befragung teilnehmen möchten. Die Erfahrungen und Einschätzungen der Teilnehmenden sollen dazu beitragen, unterschiedliche Perspektiven auf die Auswirkungen von Tierseuchen in die Forschung einzubeziehen. Die Teilnahme ist anonym und bis zum 15. November 2026 möglich.

Die Zahl der Wolfsrisse an Nutztieren hat in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen. So stieg die Zahl der getöteten, verletzten und vermissten Tiere von 737 im Jahr 2015 auf 3.783 im Jahr 2025. Die überwiegende Mehrheit der Risse betraf Schafe (3.167), gefolgt von Gehegewild (303), Rindern (166), Ziegen (110) sowie anderen Tieren wie Pferden und Alpakas (37). Die meisten Nutztierrisse wurden in Niedersachsen verzeichnet, wo auch die meisten Wölfe ansässig sind. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Brandenburg und Sachsen. Aber auch das Saarland und die Stadtstaaten Bremen und Hamburg meldeten Wolfsrisse, obwohl dort noch keine dauerhaft lebenden Wölfe bekannt sind. Insgesamt wurden den Bundesländern im vergangenen Jahr 990 Wolfsübergriffe (teils mit mehreren gerissenen Tieren) gemeldet, 2015 waren es 199. Ein hundertprozentiger Schutz vor Wolfsrissen ist in der Weidetierhaltung nicht möglich, jedoch kann ein geeigneter wolfsabweisender Herdenschutzzaun Übergriffe reduzieren. Das Bundeszentrums für Landwirtschaft (BZL) hat zu dem Thema eine Grafik veröffentlicht.

ADT - Die Europäische Kommission hat am 3. September 2026 ihr Lebensmittel- und Veterinärauditprogramm für 2027 veröffentlicht. Darüber informiert die Arbeitsgemeinschaft Deutscvhjer Tierzüchter e.V. (ADT). Insgesamt sind 144 Audits und acht Informationsbesuche vorgesehen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Kontrolle von Drittlandseinfuhren und EU-Grenzkontrollstellen. Für Deutschland sind vier Audits und ein Informationsbesuch geplant. Die Prüfungen betreffen folgende Bereiche:

  • Tiergesundheit: Sofortmaßnahmen gegen die Vogelgrippe
  • Antibiotikaresistenz: Anwendung von Tierarzneimitteln
  • Futtermittelsicherheit: Futtermittelhygiene
  • Einfuhrkontrollen: Einfuhr lebender Tiere und tierischer Erzeugnisse
  • Informationsbesuch: Zoonotische Influenzaviren im Rahmen des One-Health-Ansatzes

Die Auswahl der Themen basiert unter anderem auf rechtlichen Anforderungen, gesundheitlichen Risiken, Handelsvolumen, Verstößen und Ergebnissen früherer Prüfungen. Das Programm kann im Jahresverlauf an neue Entwicklungen angepasst werden.

Welcome To EAAP Tagung 1700

Internationale Nutztierwissenschaften tagen in Hamburg

Hamburg, 7. September 2026 – Vom 07. bis 11. September 2026 wird das CCH Congress Center Hamburg zum Zentrum der internationalen Nutztierwissenschaften. Unter dem Leitthema Shaping resilient livestock systems is key to circular agriculture kommen rund 1.700 Expertinnen und Experten aus 61 Ländern zusammen, um zukunftsfähige Lösungsansätze für eine nachhaltige Tierhaltung und Kreislaufwirtschaft zu erarbeiten. Die Themen umfassen die Tierzucht und -gesundheit, Precision Livestock Farming, Tierhaltung, -ernährung und -verhalten. Ausrichter der Tagung sind das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), die Deutsche Gesellschaft für Züchtungskunde e. V. (DGfZ) sowie die European Federation for Animal Science (EAAP). Mit der Veranstaltung kehrt der renommierte Kongress nach 35 Jahren erstmals wieder nach Deutschland zurück.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat neben Infektionen bei Rindern aus Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, dem Saarland und Sachsen nun auch Infektionen mit dem neu eingeschleppten europäischen Shamonda-Virus (SHAV) bei einem Pferd aus Rheinland-Pfalz sowie einem Alpaka aus Hessen bestätigt. In Proben von Schafen und Ziegen aus Baden-Württemberg, die dem FLI zu Monitoringzwecken freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden, wurde ebenfalls SHAV nachgewiesen. Die Ausbreitung bei empfänglichen Tieren in Deutschland hält an. Eine exakte und einheitliche Erfassung der Fälle ist aufgrund fehlender Meldepflichten jedoch nicht möglich. Daher kann das FLI, anders als bei meldepflichtigen Tierseuchen üblich, keine Verbreitungskarten auf Basis der von den Landesveterinärbehörden ins Tierseuchennachrichtensystem eingetragenen bestätigten Fälle erstellen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut - Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit - hat einen Steckbrief zum Shamonda-Virus (SHAV) veröffentlicht.

Die International Dairy Federation (IDF) hat eine vierwöchige öffentliche Konsultation zu einer einheitlichen Methodik für die Umsetzung des GHG Protocol Land Sector and Removals Standard (LSRS) in der globalen Milchwirtschaft gestartet. Ziel ist es, einen praktikablen und glaubwürdigen Ansatz für die Erfassung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen entlang komplexer Milchwertschöpfungsketten zu schaffen und gleichzeitig unterschiedliche, potenziell widersprüchliche Methoden zu vermeiden. Interessierte Stakeholder können die Konsultationsunterlagen einsehen und bis zum Ende der Konsultationsfrist Stellung nehmen.

Mecklenburg-Vorpommern sucht im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) innovative Lösungen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft. Gefördert werden Projekte zu Ressourcenschonung, Klimaschutz und -anpassung, der Verringerung von Nährstoffeinträgen sowie zur Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten. Beteiligen können sich land- und forstwirtschaftliche Betriebe, Wissenschaft, Beratung und Unternehmen in Operationellen Gruppen, die gemeinsam praxisnahe Lösungen entwickeln. Eine Gruppe muss aus mindestens zwei unabhängigen Mitgliedern bestehen, darunter mindestens ein land- oder forstwirtschaftlicher Betrieb. Länderübergreifende Kooperationen sind möglich. Bewerbungsschluss ist der 30. September 2026, 12 Uhr.