29.09.2017rss_feed

Herausragende Dissertation und exzellente Masterarbeit erhielten den DGfZ-Förderpreis 2017

v.l.n.r.: André Mensching, Dr. Samuel Gebremedhn Etay

v.l.n.r.: André Mensching, Dr. Samuel Gebremedhn Etay

Die Verleihung des DGfZ-Preises erfolgte dieses Jahr an zwei erfolgreiche Nachwuchswissenschaftler, Dr. Samuel Gebremedhn Etay und André Mensching, jeweils einmal für die Kategorie Dissertation und einmal für die Kategorie Masterarbeit. In seiner Rede wies der DGfZ-Präsident, Dr. Marquardt, auf das extrem hohe Niveau der diesjährigen Arbeiten sowie auf die strengen Auswahlkriterien für die Preisvergabe hin. Eine siebenköpfige Jury beurteilt die eingehenden Arbeiten. Unser Preis ist ein großer Ansporn für unsere Nachwuchswissenschaftler, so Marquardt.  Worauf der DGfZ-Präsident anspielte wurde spätestens bei der Abendveranstaltung und der Verleihung des Schaumann-Preises deutlich: Schaumann-Preisträger Prof. Dr. Hubert Pausch erhielt 2013 die begehrte DGfZ-Auszeichung.




v.l.n.r.: Dr. Samuel Gebremedhn Etay, Dr. Otto-Werner Marquardt

v.l.n.r.: Dr. Samuel Gebremedhn Etay, Dr. Otto-Werner Marquardt

In der Kategorie Dissertation wurde Dr. Samuel Gebremedhn Etay, von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, zum Thema The role of cellular and extracellular MicroRNAs in bovine follicular development and as potential indicators of early pregnancy ausgezeichnet.

Dr. Etay hat wichtige neue Erkenntnisse zum Verständnis der Rolle zellulärer und extrazellulärer microRNAs in verschiedenen Aspekten der bovinen Reproduktion erarbeitet. MicroRNAs (miRNAs), eine Klasse von kurzen nicht-kodierenden RNA-Molekülen, gelten als Hauptregulatoren von ~60% aller Protein-kodierenden Gene. Diese Moleküle spielen eine wichtige Rolle beim Follikelwachstum und der embryonalen Entwicklung von Säugetieren, indem sie die Expression von Genen in follikulären somatischen Zellen und frühen Embryonen auf der posttranskriptionellen Ebene modulieren. Diese Studie zeigt einzigartige Expressionssignaturen von extrazellulären miRNAs, die potentielle Indikatoren für die frühe Trächtigkeit bei Milchkühen sein könnten. Dies ist im Zusammenhang mit der SNP-Genotypisierung ein vielversprechender Zugang zur gezielten züchterischen Selektion. Seine Dissertation besteht aus drei Teilen, deren Ergebnisse in hochrangigen Journals wie PLOSone und Biology of Reproduction publiziert wurden.

 


Im Anschluss an die Preisverleihung stellte Dr. Gebremedhn Etay kurz seine interessante Arbeit vor.

Dr. Samuel Gebremedhn Etay

Dr. Samuel Gebremedhn Etay




v.l.n.r.: André Mensching, Dr. Otto-Werner Marquardt

v.l.n.r.: André Mensching, Dr. Otto-Werner Marquardt

Neben zahlreichen Dissertationen wurden in diesem Jahr auch sehr gute Masterarbeiten eingereicht. Überzeugen konnte die Jury dabei die Arbeit von André Mensching, von der Georg-August-Universität Göttingen, zum Thema: Analyse futteraufnahmeassoziierter Verhaltensmerkmale von Ebern anhand von Daten aus der Transponderfütterung.

Herr Mensching behandelt in seiner Masterarbeit ein Thema aus dem Bereich ,Big Data' und belegt exemplarisch, wie automatisch erfasste Massendaten für genetische und züchterische Zwecke nutzbar gemacht werden können. So konnte zu den klassischen Leistungsmerkmalen auch eine ganze Reihe von futteraufnahmeassoziierten Verhaltensmerkmalen abgeleitet werden. Diese weisen zum Teil hohe Heritabilitäten auf und sind miteinander sowie zum Teil auch mit Leistungsmerkmalen genetisch korreliert. Seine Arbeit ist in diesem Umfang und in dieser Qualität auszeichnungswürdig, da sie diese Thematik systematisch und auf hohem methodischen Niveau angeht.

Ziel dieser Arbeit war es, anhand von Daten aus der Transponderfütterung das Futteraufnahmeverhalten von Ebern hinsichtlich quantitativ-genetischer Parameter zu analysieren. Die dafür vom Bundes Hybrid Zucht Programm zur Verfügung gestellten Daten wurden im Rahmen der stationären Eber-Eigenleistungsprüfung von reinrassigen Piétrain-Ebern aus der Basiszuchtlinie db.06 erhoben. Aus der univariaten Analyse resultierte, dass einige untersuchte Verhaltensmerkmale eine zum Teil hohe Erblichkeit zeigen. So beträgt beispielsweise die Heritabilität für die Fressgeschwindigkeit 0,58 und für die durchschnittliche Besucherdauer 0,49.Ebenso konnte gezeigt werden, dass z.B. die Fressgeschwindigkeit mit einer additiv-genetischen Korrelation von rg = 0,2 mäßig mit der täglichen Zunahme in der Hauptmast korreliert ist.



v.l.n.r.: André Mensching, Dr. Otto-Werner Marquardt

v.l.n.r.: André Mensching, Dr. Otto-Werner Marquardt

Auch Herr Mensching nutzte gerne die Möglichkeit, nach der Preisverleihung durch den DGfZ-Präsidenten seine Arbeit dem Auditorium vorzustellen.