08.06.2006

Die Kommission erläutert ihren Plan für ein Europäisches Technologieinstitut

... Kommissionspräsident José Manuel Barroso meinte zu der neuen Mitteilung: Das ETI ist Teil der Strategie der Kommission, ein florierendes und dynamisches Umfeld für Bildung, Forschung und Innovation zu schaffen. Wir brauchen eine enge Verknüpfung zwischen diesen drei Bereichen des Wissensdreiecks. Das ETI wird mehr sein als ein Akteur in den Bereichen Ausbildung, Forschung und Innovation. Es wird ein Referenzmodell für Spitzenqualität auf europäischer Ebene sein. Er fügte hinzu: Ich wünsche, dass das ETI zu einem europäischen Symbol für unsere verstärkten Bemühungen um die Schaffung einer wettbewerbsfähigen, wissensbasierten Gesellschaft mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und Wohlstand wird.
In ihrer Mitteilung legt die Kommission die bisherigen Ergebnisse des Konsultationsprozesses dar. Dieser hat zu einer Klärung der vorgeschlagenen Struktur und Funktionsweise des ETI geführt. Im Zentrum des Konzepts wird der Verwaltungsrat des ETI stehen, mit einer schlanken Verwaltungsstruktur (Verwaltung, juristischer Dienst, etc.). Er wird die strategischen wissenschaftlichen Herausforderungen in interdisziplinären Arbeitsfeldern (z. B. Bioenergie oder Nanotechnologie) festlegen. Er wird dann auf Wettbewerbsbasis Wissensgemeinschaften auswählen und fördern, um die Aufgaben bezüglich Forschung, Bildung und Innovation in diesen Bereichen umzusetzen. Diese Wissensgemeinschaften werden integrierte Partnerschaften sein, die aus von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen zusammengestellten Teams bestehen. Als Ergebnis ihrer Konsultationen hat die Kommission ihr Konzept bezüglich des Mitarbeiterstabs des ETI weiterentwickelt: Es sollte eine ganze Reihe von Optionen verfügbar sein (Direktanstellung, Abordnung, Doppelzugehörigkeit und Sabbatjahre). Größtmögliche Flexibilität sollte den Wissensgemeinschaften bezüglich ihrer eigenen Organisationsstruktur eingeräumt werden.
Das ETI selbst muss eine starke Identität haben und in der Lage sein, bestehende Spitzenteams aus Universitäten und Forschungseinrichtungen aus ganz Europa zu bündeln und zusammenzuführen. Das ETI muss eine völlig autonome Organisation sein, die fähig ist, ihre eigene strategische Agenda festzulegen.
Die Vorteile der Einrichtung des ETI werden in der Mitteilung ebenfalls näher erläutert. Die teilnehmenden Partner werden von größerer Sichtbarkeit, verstärkten FuE-Kapazitäten, besseren finanziellen Anreizen und geringeren Risikokosten profitieren.
Das ETI ergänzt andere Maßnahmen auf EU-Ebene zur Stärkung der Innovation in Europa. Hierzu gehören das Siebte Forschungsrahmenprogramm mit dem Europäischen Forschungsrat, die europäischen Technologieplattformen und gemeinsamen Technologieinitiativen, das Programm Lebenslanges Lernen, das Programm Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, die Modernisierungsagenda für Universitäten und die Förderung der unternehmerischen Initiative.
Ján Figel’, EU-Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, stellte fest: Als Markenzeichen für Spitzenqualität wird das ETI in der Lage sein, die besten Studierenden und Forschenden aus der ganzen Welt anzuziehen und damit Europas Position als globaler Akteur im Bildungs- und Forschungsbereich zu festigen. Das Kommissionsmitglied fügte hinzu: Das Europäische Technologieinstitut wird die Innovation ins Zentrum des Wissensdreiecks stellen. Die Unternehmen werden auf strategischer und operationeller Ebene zentrale Partner des ETI sein. Die Unternehmen werden direkt in die Forschungs- und Bildungsaktivitäten einbezogen sein und damit dazu beitragen, dass bei Graduierten und Forschenden das unternehmerische Denken gefördert wird. Dies ist von grundlegender Bedeutung, wenn Europa sein Ziel erreichen möchte, eine dynamische wissensgestützte Wirtschaft zu sein.
In den kommenden Monaten wird die Kommission weiterhin umfassende Konsultationen der Mitgliedstaaten und Betroffenen durchführen, etwa zur Frage, ob das ETI Abschlüsse oder Diplome verleihen sollte, und zu den finanziellen Implikationen des Vorhabens.
Die Kommission hat damit begonnen, eine detaillierte Folgenabschätzung zu dem Vorschlag auszuarbeiten. Anschließend wird der Entwurf eines Rechtsinstruments zur Einrichtung des ETI folgen; die Verabschiedung ist im Herbst dieses Jahres geplant.
Siehe auch MEMO (Häufig gestellte Fragen) : MEMO/06/233
Weitere Informationen:
ec.europa.eu/education/policies/educ/eit/index_de.html

Quelle: PM der Europ. Kommisson