23.06.2006

Dummerstorfer Wissenschaftler leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt
bedrohter Nutztierrassen

Die ungarische Schweinerasse Mangalitza war bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts Lieferant für Fleisch und Speck in großen Teilen Osteuropas und der ehemaligen Habsburger Monarchie.

Mangalitzafleisch war und ist ein wesentlicher Bestandteil der berühmten ungarischen Salami. Einhergehend mit den sich veränderten Verzehrgewohnheiten, der Züchtung fettarmer Rassen und einer intensiven Schweinehaltung verringerte sich der Bestand an Mangalitza jedoch drastisch. Mitte der 90er Jahre erfolgte eine Rückbesinnung auf die Mangalitza als eine bedeutende nationale und europäische Nutztierressource. Hemmnis darauf eingeleiteter Zuchtprogramme war deren geringe Fruchtbarkeit. 1998 begannen Wissenschaftler des Forschungsinstituts für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN) Dummerstorf und dem ungarischen Forschungsinstitut für Tierzucht und Tierernährung in Herceghalom unter der Leitung von Professor Klaus-Peter Brüssow und Professor Jozsef Rátky mit Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen für die geringe Fruchtbarkeit. Mit speziell für das Schwein entwickelten Methoden konnte das Potenzial der Eierstöcke und die Eizellenentwicklung untersucht werden.
Weitere Schwerpunkte des Forschungsprogramms waren Untersuchungen zur Trächtigkeit, zu ernährungsbedingten Einflüssen auf die Fruchtbarkeit sowie die Vermehrung wertvoller Mangalitza-Sauen durch den Embryotransfer. Darüber hinaus erforschten Spezialisten für die Fleischqualität in der Gruppe von Professor Klaus Ender am FBN in Kooperation mit ungarischen Kollegen aus der Universität Kaposvar die Zusammensetzung und Qualität von Mangalitzafleisch.
Die erfolgreiche langfristige Zusammenarbeit deutscher und ungarischer Wissenschaftler hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich die Individuenzahl dieser bedrohten Schweinerasse 2005 wieder auf 7600 erhöht hat. In Ungarn entwickeln sich von Mangalitza stammende Nahrungsmittel zunehmend zu einem Qualitäts-Markenprodukt von agrarökonomischer Bedeutung.

Quelle: Kompetenznetze