EU-Tierhaltungsstrategie: BRS sieht gute Ansätze und fordert verlässliche Rahmenbedingungen

Der Bundesverband Rind und Schwein e. V. (BRS) bewertet die von der Europäischen Kommission am 7. Juli 2026 verabschiedete EU-Tierhaltungsstrategie grundsätzlich positiv. Besonders begrüßt der Verband, dass die Nutztierhaltung ausdrücklich als strategisch wichtiger Sektor für Ernährungssicherheit, ländliche Räume, Biodiversität und Kreislaufwirtschaft anerkannt wird. Ebenso bewertet der BRS den Ansatz positiv, Tiergesundheit, Tierwohl, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit künftig stärker zusammenzudenken. Auch die angekündigte Förderung der Kreislaufwirtschaft, die Unterstützung von Innovationen sowie der Abbau bürokratischer Hürden werden ausdrücklich begrüßt.

Um jedoch Verbesserungen für die Höfe zu erzielen, fordert der Verband faire Wettbewerbsbedingungen, verlässliche Übergangsfristen, den Verzicht auf deutsche Alleingänge und die Abdeckung von Importen durch vergleichbare Anforderungen. Insbesondere bei den für 2027 angekündigten Vorschriften zur Schweinehaltung pocht der BRS auf Bestandsschutz für bestehende Stallanlagen und die Anerkennung bereits getätigter deutscher Vorleistungen. Auch der zeitgleich veröffentlichte Protein-Aktionsplan wird positiv bewertet, da er die Effizienz der EU-Tierhaltung betont und vor einer Verlagerung der Produktion in Drittstaaten warnt. Kritisch sieht der BRS allerdings das Fehlen konkreter zusätzlicher Finanzierungsinstrumente seitens der EU-Kommission. Für eine erfolgreiche und nachhaltige Transformation benötigt die Branche laut Verband verlässliche politische sowie finanzielle Rahmenbedingungen.

Quelle BRS / DGfZ

 

EU-Nutztierstrategie_Anhang_KOM-2026-576

EU-Nutztierstrategie_KOM-2026-576