Europa: Widersprüchliche Gesetze bedrohen Artenvielfalt und Ernährungssicherheit
Beim Schutz von Bienen, Schmetterlingen und anderen Bestäubern behindert Europa sich selbst. Forschende warnen vor gravierenden Folgen für Biodiversität and Ernährungssicherheit. Ein neues Strategiepapier von acht großen europäischen Forschungsverbünden sieht Gefahren für den Artenschutz, Ökosystemfunktionen und die Ernährungssicherheit in der EU sowie für weitere Gebiete – sollte es der Union nicht gelingen, den Rückgang der wildlebenden Bestäuber aufzuhalten und das Management von Bestäubern zu fördern.
Ein zentrales Hindernis für den wirksamen Schutz von Bestäubern seien politische Regelungen, die sich widersprechen: die Gemeinsame Agrarpolitik und die Biodiversitätsstrategie 2030.
Hinter dem Bericht steht ein Team von 135 führenden Forscherinnen und Forschern, die unter anderem aus den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Politikwissenschaft und Umweltrecht kommen. Zu den Autorinnen und Autoren gehören Professor Ingolf Steffan-Dewenter und Jie Zhang vom Lehrstuhl für Zoologie III (Tierökologie und Tropenbiologie) am Biozentrum der Universität Würzburg.
Veröffentlicht ist das Strategiepapier im Fachmagazin Advances in Pollinator Research. Es zeigt: Obwohl die EU den Insektenschutz offiziell zum Ziel erklärt hat, verfolgt sie keine einheitliche Linie. Während einige Bestimmungen den Erhalt der Natur fordern, fördern andere die intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Pestiziden.
Originalpublikation:
Towards pollinator stewardship in all policies: Policy incoherence in the EU is a major barrier to pollinator restoration. Advances in Pollinator Research, 16. Juni 2026 (preprint), DOI: 10.5281/zenodo.20715670, Open Access zenodo.org/records/20715670
Quelle: idw







