16.06.2006

Feldversuche für Markerimpfstoffe im nächsten Jahr geplant

Prof. Thomas Mettenleiter im Gespräch mit dem DBV

Dies sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) für Tiergesundheit, Professor Thomas Mettenleiter, in einem Expertengespräch, zu dem der Deutsche Bauernverband (DBV) eingeladen hatte. Auch wenn weniger Vogelgrippefälle bei Wildvögeln festgestellt würden, werde die Gefahrenlage weiterhin als hoch eingestuft. Aus wissenschaftlicher Sicht sei die Stallpflicht in Verbindung mit den vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen beim Betriebsmanagement das wirksamste Instrument zur Risikominimierung, betonte Mettenleiter. Freilandhaltung sollte auch in Zukunft nur in Gebieten möglich sein, in denen das Einschleppungsrisiko gering ist.

Mettenleiter lehnt den Einsatz der zur Verfügung stehenden Impfstoffe nach wie vor ab. Noch in diesem Jahr werde aber ein Feldversuch durch das FLI durchgeführt, um die Impfstoffe besser bewerten zu können. Mettenleiter kündigte ferner einen Markerimpfstoff gegen die Vogelgrippe an, mit dem zu tragbaren Kosten zwischen geimpften und infizierten Tieren unterschieden werden kann. Das Friedrich-Loeffler-Institut plane, die Anwendung im kommenden Jahr in Feldversuchen zu testen. Die formale Zulassung des mittels eines gentechnisch veränderten Virus hergestellten Impfstoffes werde vermutlich mehrere Jahre dauern, da dafür strenge Zulassungsbedingungen gelten. Es sei aber nicht daran gedacht, den neuen Impfstoff statt der Aufstallung in Risikogebieten einzusetzen. Die Impfung stelle ein Instrument im Kampf gegen Geflügelpest dar, um im Fall eines Seuchenausbruchs unterstützend zu den notwendigen Keulungen infizierter Bestände die weitere Verbreitung zu verhindern.

Quelle: PM des DBV