05.11.2019rss_feed

Forschung: Nationales Wissensnetzwerk Kupierverzicht (NaWiK)

Der von den deutschen Agrarministern auf den Weg gebrachte Aktionsplan Kupierverzicht - unter dem Aspekt der notwendigen Umsetzung der EU-Richtlinie RL 2008/120/EG -  soll die Landwirte beim Kupierverzicht unterstützen. Wesentlich stärker als bisher werden Betriebe gegenüber ihren Überwachungsbehörden darlegen müssen, welche Maßnahmen sie durchführen, um auf das Schwänzekupieren zu verzichten. In den MuD Tierschutz wird der Wissenstransfer gefördert, der die Praxis zunehmend in die Lage versetzen soll, Schweine mit intakten Schwänzen zu halten. Die weiteren Aktivitäten der EU-Kommission bzw. der DG Sante - drohende Nicht-Umsetzungsklagen - werden davon abhängen, wie der Aktionsplan und die EU-Vorgaben entsprechend umgesetzt werden. Der Erfolg des Aktionsplans wird an der Steigerung des Anteils unkupierter Schweine in Deutschland zu messen sein.


Eine Säule des Projektes ist die Schaffung einer Datengrundlage:

  • zur Ermittlung der Ist-Situation auf den Betrieben in Deutschland
  • für eine spätere Evaluation der eingeleiteten und umgesetzten Maßnahmen,
  • um den Fortschritt auf den Betrieben feststellen zu können.
  • Das Wissen bisheriger Erkenntnisse
  • und neu gewonnener Ergebnisse und Praxiserfahrungen soll zu den Tierärzten und Beratern transferiert werden.

Zur Erreichung der Projektziele sind eine Reihe verschiedener Umsetzungsschritte vorgesehen.

  1. ringelschwanz.info: Die für Tierärzte, Landwirte und Berater relevanten Informationen werden gesammelt und zur Verfügung gestellt. Deshalb soll die Seite als frei zugängliche Informationsquelle weiter ausgebaut werden.
  2. Infotelefon: Hierüber soll Auskunft u. a. auch zum Aktionsplan gegeben und geeignete Ansprechpartner vermittelt werden können.
  3. Digitale Instrumentarien/Onlinetool: Die Betriebe, Landwirte und Tierärzte werden bei der praktischen Umsetzung von Maßnahmen gegen das Schwanzbeißen durch digitale Instrumentarien unterstützt. Hierzu soll ein Onlinetool entwickelt werden, über das die notwendigen Informationen erfasst, gebündelt und zentral abgelegt werden können. Dabei sollen bereits vorhandene Daten genutzt, als auch erforderliche Daten ergänzt werden können.
  4. App: Diese Informationen sollen nicht nur betriebsindividuell, sondern auch anonymisiert überbetrieblich ausgewertet werden, um den grundsätzlichen Erfolg der Maßnahmen zu bestimmen. Dazu soll eine App erstellt werden, welche die Erfassung im Stall vereinfachen soll.
  5. Videos: Erfahrungen von Leuchtturmbetrieben, die unkupierte Schweine halten, sollen dazu beitragen, Maßnahmen einzuordnen. Ergänzend soll eine Expertengruppe die Situation auf Betrieben in Finnland und Schweden genauer analysieren. Beides ist in Form von Videoreportagen zusammenzufassen.
  6. Infoveranstaltungen, Seminare, E-Learning: Der Wissenstransfer ist der zentrale Baustein des Projektes. Hierfür sollen deutschlandweit öffentliche Infoveranstaltungen, Seminare für Schweinehalter und Beratertreffen organisiert werden. Um die Erkenntnisse anschaulich und strukturiert einer breiten Teilnehmerzahl zugänglich zu machen, sollen zu verschiedenen Themenkomplexen auch E-Learning-Module entwickelt werden. Das E-Learning-Modul und die Videos sollen über die Seite www.ringelschwanz.info zugänglich sein.

Projektnehmer und Kooperationspartner sind der Förderverein Bioökonomieforschung e.V. (FBF), die ISN-Projekt GmbH (ISN) und die IQ-Agrar GmbH (IQA). Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert und wird im Rahmen der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz in der Projektphase Wissen Dialog Praxis durchgeführt.

Quelle: BRS