Stellungnahmen

Die Landwirtschaft steht in der Zukunft vor großen Herausforderungen. Neben der steigenden Nachfrage nach hochwertigem tierischem Eiweiß und den aus dem Klimawandel resultierenden neuen Anpassungsstrategien werden aktuelle Fragen der Tierzucht zunehmend auch aus ökonomischer, wissenschaftlicher und ethischer Sicht diskutiert. Deshalb hat die Deutsche Gesellschaft für Züchtungskunde (DGfZ) auf Anregung von Tiermedizinern die Projektgruppe ‚Ökonomie und Tier­gesundheit‘ konstituiert, um das Spannungsfeld Leistung und Tiergesundheit am Beispiel der Nutzungsdauer beim Rind zusammenfassend zu erarbeiten und darzu­stellen. Besonders ist, dass es sich hierbei um eine interdisziplinäre Projektgruppe handelte, in der neben Wissenschaftlern aus den Bereichen der Tierzucht, Veterinärmedizin  und Tierhaltung auch die Praktiker aus der Wirtschaft vertreten waren.

Ziel der Projektgruppe war, im Rahmen einer Stellungnahme Empfehlungen zur Optimierung für die Tierzucht und Tierhaltung beim Rind abzuleiten.

Die komplette Stellungnahme als pdf-Dokument finden Sie hier: Die Tierzucht im Spannungsfeld von Leistung und Tiergesundheit – interdisziplinäre Betrachtungen am Beispiel der Rinderzucht

Ein Erhaltungszuchtprogramm bei landwirtschaftlichen Nutztieren ist im Vergleich zu einem auf die Verbesserung der Leistung und Wirtschaftlichkeit ausgerichteten Zuchtprogramm vor allem auf die Erhaltung der genetischen Variabilität sowie der rassetypischen Eigenschaften einer Rasse ausgerichtet. Erhaltungszuchtprogramme sind Kernbestandteile nationaler und internationaler Strategien zur Erhaltung tiergenetischer Ressourcen und hier insbesondere zur Erhaltung vom Aussterben bedrohter Rassen (FAO (2007)). So gibt das Nationale Fachprogramm zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von tiergenetischen Ressourcen in Deutschland (BMELV (2003)) vor, für jede Rasse ein Erhaltungszuchtprogramm einzurichten, sobald die Gefährdungskategorie einer Erhaltungsrasse erreicht ist. Zur fachlichen Gestaltung und Durchführung von Erhaltungszuchtprogrammen haben Fachausschüsse der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde wiederholt Stellung genommen (DGfZ (1979), DGfZ (1992)). Darüber hinaus hat die DGfZ eine Bestandsaufnahme von Erhaltungszuchtprogrammen in 12 Bundesländern vorgenommen und konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der einzelnen Programme vorgelegt (DGfZ (1995 bis 1999)).

Obwohl nach diesen Empfehlungen das Nationale Fachprogramm offiziell von Bund und Ländern eingeführt wurde und inzwischen auch umfangreichere Fördermaßnahmen für Tierhalter angewendet werden, muss festgestellt werden, dass die praktische Durchführung der Erhaltungszuchtprogramme in Deutschland zum Teil erhebliche Mängel aufweist. In dieser Stellungnahme wird auf diese Probleme und den notwendigen Handlungsbedarf hingewiesen. Insbesondere werden Empfehlungen zur Gestaltung der organisatorischen Rahmenbedingungen bis hin zu Fördermaßnahmen für Erhaltungszuchtprogramme gegeben. Ausdrücklich kommt der Fachbeirat zu dem Ergebnis, dass die Umsetzung dieser Empfehlungen zur Durchführung sachgerechter Erhaltungszuchtprogramme nur möglich ist, wenn dies durch eine entsprechend umgestaltete öffentliche Förderung unterstützt wird.

Die komplette Stellungnahme als pdf-Dokument finden Sie hier: Empfehlung des Fachbeirats Tiergenetische Ressourcen 2012

Der Klimawandel und die Herausforderungen für die Nutztierhaltung von morgen in Deutschland
- 30. September 2011 -

Mit diesem Positionspapier sollen zum einen die klimarelevanten Aspekte der Nutztierhaltung dargestellt, mögliche Emissionsminderungspotentiale aufgezeigt und einer systemischen Nachhaltigkeitsbetrachtung unterzogen werden. Zum anderen werden, basierend auf ganzheitlichen Systembetrachtungen, die möglichen Auswirkungen des prognostizierten Klimawandels auf die europäische Nutztierhaltung erörtert und mögliche Anpassungsstrategien
im Bereich von Tierzucht und -haltung abgeleitet.

Positionspapier der DGfZ-Projektgruppe  Klimarelevanz in der Nutztierhaltung

Der Fachbeirat für tiergenetische Ressourcen (FB-TGR) hat Berichte zu bereits abgeschlossenen, laufenden und gerade begonnenen Erhebungsprojekten zur  Kenntnis genommen.      
Aus seiner Sicht ist ein wesentliches Ziel der Erhebungsprojekte, zusätzliche Grundlagen für ein künftiges, routinemäßiges Monitoring zu etablieren, etwa durch Auswahl geeigneter Gefährdungsparameter, durch Konsolidierung von Zuchtbuchdaten und Schaffung von routinemäßigen Verfahren zur Fortschreibung der Datenerhebung und Auswertungen.

Lesen Sie hier die vollständige Empfehlung:

DGfZ Empfehlungen Erhebungsprojekte Des FB TGR 2010

Der Patentschutz gewinnt im Bereich Tierzucht und Tierhaltung zunehmend an Bedeutung. Es werden vermehrt Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt (EPA) eingereicht, welche die Arbeit der Züchter, die konventionelle Tierzucht betreiben, beeinflussen können.

Lesen Sie nachfolgend die komplette Stellungnahme Kurzstellungnahme Patente

Die Landwirtschaft steht in der Zukunft vor großen Herausforderungen. Eine aktuelle Prognose der FAO sagt weltweit bis zum Jahr 2030 ein weiteres Bevölkerungswachstum bis auf ca. 8,3 Mrd. bei wachsen­dem Wohlstand voraus. Damit wird auch die Nachfrage nach hochwertigem tierischen Eiweiß stark stei­gen. Mit den neuen genomischen Kenntnissen und den Fortschritten im Bereich der modernen Repro­duktionsbiotechnologie können viele Begrenzungen der heutigen Zuchtarbeit überwunden und damit neue Handlungsoptionen gewonnen werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Züchtungskunde (DGfZ) hat dazu Leitlinien für die zukünftige Tierzucht und Tierzuchtforschung erarbeitet.

Stellungnahme zur Zukunft von Tierzucht und Tierzuchtforschung in Deutschland

Im Jahr 2008 wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) der Wunsch geäußert, dass unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde e. V. (DGfZ) eine Arbeitsgruppe gebildet wird. Diese hatte ursprünglich zur Aufgabe, eine umfassende Recherche zu den beim Europäischen Patentamt (EPA) beantragten, zurückgezogenen, abgelehnten und erteilten Patenten für den Bereich der Nutztierzucht/Nutztierhaltung durchzuführen. Des Weiteren sollten unter Einbeziehung von tierzüchterischem und patentrechtlichem Sachverstand die Ergebnisse dieser Recherche im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Zuchtarbeit und die landwirtschaftliche Praxis fachlich eingeschätzt werden. Von besonderem Interesse ist, inwieweit in den letzten Jahren die Beantragung und Erteilung von Patenten auf nicht gentechnische Züchtungsverfahren und damit erzeugte Tiere tatsächlich zugenommen hat. Um einen grundsätzlichen Ein- und Überblick für den Bereich der Biopatente in der Tierzucht zu erhalten, wurde diese Stellungnahme von der Arbeitsgruppe erstellt.

Seit Jahrhunderten werden männliche Ferkel kastriert. Mit der Kastration wird verhindert, dass bei der Zubereitung von Schweinefleisch ein unangenehmer Ebergeruch entsteht. Aus Gründen des Tierschutzes wird seit einiger Zeit nach Alternativen zu dieser traditionellen Form der Ferkelkastration gesucht. Seitens der EU-Kommission ist hierzu eine Studie (Pigcas) in Auftrag gegeben worden. Das Ergebnis wird Ende dieses Jahres erwartet.

Im Dezember 2007 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) den Entwurf eines wissenschaftlichen Gutachtens über die Auswirkungen des somatischen Klonens auf die Sicherheit von Produkten geklonter Tiere oder deren Nachkommen sowie auf Tiergesundheit und Tierschutz veröffentlicht. Im Folgenden hat auch die DGfZ Stellung zu diesem Thema bezogen. 

Sachstandsbericht der DGfZ Projektgruppe "Prüfverfahren Tierhaltungssysteme". Veröffentlicht in der Zeitschrift Züchtungskunde, Heft 4, 2006, Seiten 249-256. Online gestellt mit freundlicher Genehmigung des Verlages Eugen Ulmer, Stuttgart.