EU-Informationen

Das EU-Parlament hat gestern Kommission und Rat aufgefordert, Maßnahmen vorzuschlagen, um eine übermäßige Verwendung von Anitbiotika einzudämmen. >>>

Auf ihrer Mitgliederversammlung am 17. Oktober 2011 in Brüssel haben die Vertreter der ADT-Mitgliedsorganisationen mit Dr. Kai-Uwe Sprenger von der Generaldirektion Landwirtschaft der Europäischen Kommission über die Perspektiven der EU-Fleischmärkte diskutiert. Für die Zeit bis 2020 erwartet die Kommission einen moderaten Anstieg der Fleischerzeugung. Der Rückgang der Produktion von Rind- und Schaffleisch wird dabei durch ein höheres Aufkommen an Schweine- und Geflügelfleisch überkompensiert. Ähnlich verhält es sich mit dem Fleischverbrauch. Die Ausfuhren der EU in Drittländer dürften deutlich sinken, während die Einfuhren weiter steigen. Die EU dürfte aber auch 2020 noch ein Nettoexporteur von Fleisch sein, allerdings nur noch bei Schweinefleisch, bei den anderen Fleischarten wird sie mehr ein- als ausführen. Einen bestimmenden Einfluss auf die weitere Entwicklung wird die Situation in den für den Weltmarkt wichtigen Drittländern haben, insbesondere in China und Brasilien mit ihren enormen Produktionspotenzialen. Die möglichen Auswirkungen des Umbaus der EU-Agrarpolitik nach 2014 ist in den Modellrechnungen aber noch nicht enthalten. >>>

Da 12 EU-Mitgliedsländer den geforderten Ausstieg aus der Käfighaltung von Legehennen zum 1.1 2012 nicht einhalten können, will die EU-Kommission eine Verarbeitung der Käfigeier zu Eipulver zulassen. Es sei wirtschaftlich nicht zu vertreten, die Käfigeier zu vernichten, sagte Verbraucherkommissar John Dall im EU-Agrarministerrat am Donnerstag in Luxemburg.

Die EU-Mitgliedstaaten Belgien, Bulgarien, Italien, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Litauen, Polen, Portugal, Zypern und Rumänien hatten angekündigt, das Käfigverbot nicht fristgerecht umsetzen zu können. Spanien hat die EU-Kommission noch nicht offiziell informiert.

Deutschland nahm beim Ausstieg aus der konventionellen Käfighaltung in Europa eine Führungsrolle ein. Der Ausstieg erfolgte bereits zum 01.01.2010. (AHO)

TITEL: FP7 Thema 'Lebensmittel, Landwirtschaft und Fischerei, und Biotechnologie': Ausschreibung zur Einreichung von Projektvorschlägen

ABSTRACT: Die Europäische Kommission hat am 20. Juli 2011 einen Aufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen im Thema 2 'Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei, Biotechnologie' veröffentlicht. Die Ausschreibung umfasst mehrere, zum Teil themenübergreifende  Aufrufe.

Angesichts des in der EU bestehenden Protein-Defizits unterstützen die Abgeordneten der Europäischen Parlaments die Idee, sogenannte PAP (Processed animal protein / behandelte tierische Eiweiße) für die Fütterung von Schweinen und Geflügel zuzulassen.
Das Verbot von Kannibalismus müsse bestehen bleiben und lediglich verarbeitete tierische Proteine, die für den menschlichen Verzehr geeignet sind, dürften genutzt werden, so die Abgeordneten. Zu den strikten Bedingungen zähle, dass verarbeitete tierische Proteine von Arten kommen müssen, die keine Beziehung zu TSE-Erkrankungen haben und nur an Nicht-Pflanzenfresser verfüttert werden dürfen. (AHO)

Nach dem deutschen Tierschutzgesetz ist die Kastration männlicher Ferkel auf Basis der EU-Richtlinie 2001/88/EG bis zum siebten Lebenstag ohne Betäubung durch den Landwirt oder einer anderen Fachperson erlaubt. Der Eingriff wird durchgeführt um urinen oder fäkalen Geruch im Fleisch männlicher Tiere zu vermeiden. Dieser so genannte Ebergeruch entsteht durch verschiedene körpereigene Substanzen der Schweine. Dies sind im Wesentlichen die Pheromone Androstenon und Skatol. Androstenon wird mit zunehmender Geschlechtsreife im Hoden von Tieren ab ca. 80 kg gebildet, Skatol entsteht im Dickdarm beim Abbau der Aminosäure Tryptophan. Skatol alleine verursacht in der Regel noch keinen Ebergeruch. >>>

Wie kann es gelingen, wissenschaftliche Erkenntnisse so aufzubereiten, dass der normale Bürger etwas davon hat? Wissenschaftscafés, in der Besucherinnen und Besucher in zwangloser Atmosphäre mit Experten sprechen, könnten eine solche Form sein. Im Rahmen des Projektes ComScience, eines Projektes der Europäischen Union, werden derzeit in fünf verschiedenen Ländern Wissenschaftscafés erprobt. Der nächste Termin in Bonn ist für den 14. Juli 2011 (19.00 bis ca. 21.30 Uhr) zum Thema Gentechnik auf unserem Teller? geplant.
Ort: Bistro des LVR-LandesMuseum Bonn, Colmantstr. 14 – 16, Bonn.

Die EU-Kommission hat die Daten über die Anzahl und Haltung der Legehennen vorgelegt. Erstmals liegen aussagekräftige Informationen über die Käfighaltung in der EU vor.

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Die Mitgliedsländer der EU haben sich am Mittwoch auf neue Kennzeichnungsvorschriften für Frischfleisch geeinigt. Demnach soll Fleisch künftig nur noch unter der Angabe des Herkunftslandes verkauft werden dürfen. Die Kennzeichnungspflicht bezieht sich nach dem Willen des Europäischen Parlaments, des Ministerrats und der EU-Kommission auf Schweine-, Geflügel-, Schaf- und Ziegenfleisch. Bei Rindfleisch aus den EU-Mitgliedsländern muss bereits seit der BSE-Krise der Produktionsursprung angegeben werden, wie agrarheute.com berichtet. Einzelheiten der neuen Kennzeichnungsregeln sollen in einer Durchführungs-Verordnung festgelegt werden. Weiterhin einigte man sich darauf, in den nächsten zwei Jahren zu prüfen, ob auch Angaben des Herkunftslandes in Verarbeitungsprodukten aus Fleisch sowie für Molkereiprodukte möglich sind. (ADR)

Was kann die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zu einer nachhaltigen Tierproduktion in Europa beitragen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Informellen Agrarministertreffens vom 29. bis 31. Mai 2011 im ungarischen Debrecen. Die europäische Landwirtschaft muss ihren Beitrag zur Bewältigung künftiger Herausforderungen steigern. Dabei spielen die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige europäische Tierproduktion eine wichtige Rolle. Die Tierproduktion leistet in vielen ländlichen Regionen einen großen Beitrag zur Wertschöpfung und Beschäftigung, sagte der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Robert Kloos, am Dienstag am Rande des Treffens, zu dem die ungarische Ratspräsidentschaft eingeladen hatte.

Bei dem Treffen berichtete Kloos über den aktuellen Sachstand zum EHEC-Geschehen in Deutschland. Derzeit werde mit Hochdruck die Herkunft der belasteten Ware geklärt, damit die Produkte unverzüglich vom Markt genommen werden können. Das BMELV habe frühzeitig einen Krisenstab eingerichtet und stehe in engem Kontakt mit den für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Länderbehörden sowie mit der Europäischen Kommission, um weitere Schutzmaßnahmen mit den EU-Partnern schnell und eng abzustimmen. Zudem gebe es einen ständigen Informationsaustausch mit dem Robert-Koch-Institut, dem Bundesinstitut für Risikobewertung und dem Bundesgesundheitsministerium. Nach dem Fund der Bakterien auf Gurken aus Spanien stehe Bundesministerin Aigner zudem im engen Austausch mit ihrer spanischen Amtskollegin. Zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher habe das Robert-Koch-Institut und das Bundesamt für Risikobewertung frühzeitig Verzehrshinweise für die Verbraucher herausgegeben. Solange die Infektionsquelle nach Einschätzung von Experten weiterhin aktiv sei, bleibe diese Empfehlung gültig. Wir haben großes Verständnis für den Unmut und die Sorgen der Bauern, die jetzt unter massiven Einbußen leiden, obwohl sie hochwertige Ware produzieren und dies teilweise sogar noch mit Untersuchungen belegen. Aber solange wir uns in einer Zeit der Ungewissheit befinden und nicht zweifelsfrei feststeht, wie und wo die Keime in die Lebensmittelkette gekommen sind, ist besondere Vorsicht geboten, sagte Kloos. Gleichwohl müssen wir uns aber schon heute mit den Folgen für die Bauern beschäftigen. Die Kaufzurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher habe zu massiven Absatzeinbrüchen bei den Gemüseproduzenten geführt. Wir bauen hier mit anderen europäischen Mitgliedstaaten auf die Unterstützung der Europäischen Kommission, die entsprechende Maßnahmen prüfen soll. (BMELV)