EU-Informationen

Eine Kennzeichnungspflicht für Erzeugnisse von geklonten Tieren und deren natürlichen Nachkommen wäre für die europäische Agrar- und Ernährungswirtschaft mit erheblichen Kosten verbunden. Zu diesem Schluss kommt das Beratungsunternehmen ICF International in einer aktuellen Studie, die im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt wurde. Grund sind vor allem umfangreiche und teure Anstrengungen zur Rückverfolgung. Nach Einschätzung der Analysten kämen auf Nutztierhalter und -züchter Mehrausgaben in der Größenordnung von insgesamt 10 Mrd. Euro pro Jahr zu, sollte die Kennzeichnung natürlicher Nachkommen über DNA-Tests bestätigt werden müssen. Ohne die Anforderung an DNA-Tests beliefen sich die Kosten auf immer noch 800 Mio. Euro jährlich.

Auf EU-Ebene wird derzeit ein Klonmoratorium verhandelt. Die Vorlage der Europäischen Kommission lässt allerdings den Umgang mit natürlichen Nachkommen geklonter Zuchttiere außen vor. Besonders das Europaparlament drängt auf eine umfassende Berücksichtigung. ICF International zufolge dürfte es durch eine Kennzeichnungspflicht auch in Drittstaaten direkte und indirekte Mehrkosten für Züchter geben, die genetisches Material und lebende Tiere in die EU exportieren. 

Da nach wissenschaftlichem Kenntnisstand keine gesundheitliche Gefährdung von den Produkten von Klonen und den Produkten von Nachkommen von Klonen ausgeht, lehnt die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter e.V. (ADR) eine Kennzeichnung der entsprechenden Produkte ab. Des Weiteren kann aus Sicht der ADR davon ausgegangen werden, dass weniger als 1 % aller Rinder von geklonten Tieren abstammen, so dass die Verhältnismäßigkeit hier in Frage gestellt werden muss.

Quelle: AgE/ADR

Neue EU-Vorschriften zur Verbesserung des Handels mit Zuchttieren und genetischem Material bekamen am 11. Jänner grünes Licht vom Europäischen Parlament. Darin werden die Rechte und Pflichten der Tierzüchter neu definiert. Ein informelles Abkommen wurde mit dem Rat bereits am 16. Dezember vereinbart, das noch der Zustimmung des Parlaments und der endgültigen Verabschiedung durch den Rat bedurfte. Die Überarbeitung vereint alle vorhandenen tierzuchtrechtlichen Vorschriften, enthält harmonisierte Vorschriften für Reinrassigkeit, verstärkte Kontrollen (insbesondere bei der Einfuhr) und klärt die Rechte der Zuchtverbände.

Zuchtbetriebe müssen bestimmte Kriterien erfüllen, um die Anerkennung der nationalen Behörden zu erhalten. Die neuen Regeln definieren auch die Rechte der Mitglieder. Besondere Vorschriften gelten für gefährdete Rassen, um die genetische Vielfalt in Europa zu erhalten. Die Reform wurde mit großer Mehrheit vom Europäischen Parlament beschlossen. Die endgültige Verabschiedung wird für Mitte April erwartet.

Quelle: Agra Facts/ADR

Die Europäische Kommission wird 2016 insgesamt 160,5 Mio. Euro für die Programme der Mitgliedstaaten zur Tilgung, Bekämpfung und Überwachung bestimmter Tierseuchen zur Verfügung stellen. Von den 141 eingereichten Programmen wurden 130 Programme aus 28 Mitgliedstaaten genehmigt. Wie in den vergangenen vier Jahren entfällt der größte Anteil auf die Bekämpfung der Rindertuberkulose; hierfür sind knapp 62,8 Mio. Euro (bzw. 39 %) des gesamten Budgets vorgesehen. Für die Bekämpfung von Salmonellosen sind 17,3 Mio. Euro eingeplant. Die Transmissiblen Spongiformen Enzephalopathien (TSE) erhalten 12,1 Mio. Euro, die Rinderbrucellose 10,3 Mio. Euro und die Blauzungenkrankheit 7,4 Mio. Euro. Wenn man sich die Aufteilung der Mittel nach Mitgliedstaaten anschaut, so stellt man fest, dass das Vereinigte Königreich mit 32,1 Mio. Euro unverändert zu den Vorjahren am meisten erhält. Auf dem zweiten Rang folgt Spanien mit insgesamt 30,7 Mio. Euro. Deutschland erhält EU-Zuschüsse in Höhe von 1,6 Mio. Euro. Im Laufe des Jahres können diese Zuteilungen in Abhängigkeit von der Entwicklung bei den einzelnen Tierseuchen oder dem Auftreten neuer Krankheiten angepasst werden.

Quelle: ADT Brüssel

Im Rahmen ihrer monatlichen Beschlüsse zu den Vertragsverletzungsverfahren hat die Europäische Kommission am 10. Dezember 2015 beschlossen, das  gegen Frankreich eingeleitete Verfahren wegen Mängeln bei der Umsetzung der Gruppenhaltung von Sauen einzustellen. Am 22. Oktober war bereits ein ähnliches Verfahren gegen Slowenien geschlossen worden. Am 24. September waren die Verfahren gegen Deutschland, Polen, Zypern, Irland und Dänemark beendet worden.

Die Richtlinie 2008/120/EG schreibt für jede Mitgliedsland vor, dass trächtige Sauen ab dem 1. Januar 2013 in Gruppen zu halten sind. Die Umstellung erfolgte aber nicht in allen Mitgliedstaaten pünktlich und so leitete die KOM gegen insgesamt 10 MS eine Prüfung ein, ob ein Vertragsverletzungsverfahren erforderlich wäre. Viele MS konnten die KOM überzeugen, dass sie in einer angemessenen Frist die Missstände abschaffen werden bzw. dass das Problem nicht mehr besteht. Noch offen sind die Verfahren gegen Finnland, Griechenland, Belgien und Portugal.

Quelle: ZDS

Auf der 31. Jahrestagung der europäischen Embryotransfergesellschaft (AETE) in Gent (Belgien) wurde Dr. Jan Detterer, Leiter der Besamungs- und ET-Station Georgsheil des Vereins Ostfriesischer Stammviehzüchter eG (VOSt), in den Vorstand gewählt. Neben Herrn Dr. Detterer wurde auch Prof. Roger Sturmey aus Großbritannien neu gewählt. Ausgeschieden waren Serge Laceze aus Frankreich und Dr. Frank Becker vom Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN). Dr. Becker hatte in den letzten Jahren auch das Amt des Präsidenten der AETE inne. Neuer Präsident ist Prof. Dimitrios Rizos aus Spanien.

Quelle: VOSt

In den letzten 3½ Jahren wurden im Rahmen des Forschungsprojektes OptiGeneOptimierung der langfristigen züchterischen Entwicklung der österreichischen Rinderrassen unter besonderer Berücksichtigung der Gesundheit und der genomischen Selektion in enger Zusammenarbeit von Praxis und Wissenschaft Möglichkeiten entwickelt, wie die österreichische Rinderzucht bestmöglich von den neuen technologischen Entwicklungen profitieren kann. Der vorliegende Artikel ist eine Zusammenfassung der durchgeführten Arbeiten und Ergebnisse und legt den Fokus auf den Nutzen dieses Forschungsprojektes für die praktische Rinderzucht.

Quelle: ZAR

Der europäische Dachverband der Copa hat den Dänen Martin Merrild zum neuen Präsidenten gewählt. Er tritt die Nachfolge von Albert Jan Maat, Präsident des niederländischen Bauernverbandes LTO, an, der das Amt zwei Jahre innehatte. Merrild ist Landwirt mit einem Abschluss in Agrarökonomie und spezieller Betriebswirtschaftslehre. Seit 2012 ist er Präsident des Dänischen Landwirtschafts- und Lebensmittelrates (DAFC).

Quelle: Copa European Farmers

Die Europäische Kommission hat Leitlinien für die umsichtige Verwendung von antimikrobiellen Mitteln in der Veterinärmedizin im Amtsblatt veröffentlicht. In dem Dokument wird bekräftigt, dass der angemessene Einsatz von Antibiotika in der Human- und Veterinärmedizin eine der wichtigsten Zielsetzungen der EU-Politik zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz sei. In den Leitlinien werden die Grundsätze des umsichtigen Einsatzes von Antibiotika dargelegt und Maßnahmen zum umsichtigen Einsatz antimikrobieller Mittel in der Veterinärmedizin aufgezeigt. Die Mitgliedstaaten sollen so bei der Entwicklung und Umsetzung von nationalen Strategien zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz unterstützt werden. Die Leitlinien werden unbeschadet innerstaatlicher oder unionsrechtlicher Vorschriften herausgegeben und sind für die Mitgliedstaaten nicht bindend. Die Kommission stellt klar, dass ihre Aktivitäten nicht als ein Versuch zu werten sind, einen bestimmten EU-Ansatz auf europäischer Ebene verbindlich vorzuschreiben. Die Leitlinien sollten in Verbindung mit bestehenden Orientierungshilfen verwendet werden, die von nationalen Behörden oder Interessenverbänden herausgegeben werden, sowie mit anderen internationalen Normen und Leitlinien (OIE, WHO, Codex-Alimentarius). Die Leitlinien finden Sie im Internet unter http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:JOC_2015_299_R_0004&from=DE.

Quelle: ADT

Das Europäische Parlament hat eine legislative Entschließung zum Klonen von Tieren, die für landwirtschaftliche Zwecke gehalten und reproduziert werden, mit einer breiten Mehrheit angenommen. Damit soll ein EU-weites Klonverbot mit Regelungen zur Rückverfolgbarkeit eingeführt werden. Das Klonverbot soll endgültig sein und alle Tierarten umfassen, also nicht nur Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Equiden, wie von der Kommission zunächst vorgeschlagen. Einfuhren von Tieren aus Drittländern sollen nur noch möglich sein, wenn auf der Einfuhrbescheinigung bestätigt wird, dass es sich nicht um Klontiere oder deren Nachkommen handelt. Das Einfuhrverbot soll auch für Samen und Embryonen sowie für Lebens- und Futtermittel gelten, die von Klontieren oder deren Nachkommen stammen. Das Parlament strebt eine Zusammenfassung der beiden von der Kommission vorgeschlagenen Richtlinien in eine Verordnung an, die dann unmittelbar in jedem Mitgliedstaat gelten soll. Das Europäische Parlament muss sich dazu jedoch noch mit dem Rat einigen. Die zuständige Arbeitsgruppe des Rates wird voraussichtlich im November über den Kommissionsvorschlag und die Position des Europäischen Parlaments beraten. Es ist fraglich, ob die Mitgliedstaaten die weitreichenden Vorschläge des Europäischen Parlaments mittragen werden, denn sie müssen letztere schließlich umsetzen.

Quelle: ADT

Wie die European Holstein & Red Holstein Confederation (EHRC) vor Kurzem bekanntgab, findet die nächste Auflage der Holstein-Europaschau 2016 vom 17. - 19. Juni in Colmar, Frankreich, statt. In der EHRC als Dach der europäischen Holsteinzucht sind 28 Länder mit 270.000 Züchtern und über 10 Millionen Holsteinkühen vereint.

Quelle: ZAR