Eine Forschungsgruppe von Agroscope (CH) untersuchte 2025 in einem Versuch mit 72 männlichen Kälbern verschiedener Genotypen, wie sich Weidehaltung auf Gesundheit und Blutparameter auswirkt. Vom vierten bis sechsten Lebensmonat wurden die Tiere entweder im Stall oder auf Weiden in drei Höhenlagen (500 m, 1000 m, 2000 m) gehalten. Das Ergebnis: Weidegang verbessert Immunparameter und Blutbild von Kälbern.

Die Forscher ziehen folgendes Fazit:

  • Der Versuch zeigte, dass der Weidegang einen überwiegend positiven Effekt auf die Tiergesundheit und insbesondere auf den Immunstatus hat. Letzterer ist in diesem Alter entscheidend für die Vermeidung von Infektionskrankheiten.
  • Das spricht aus Sicht der Tiergesundheit, des Tierwohls und der Vermeidung von Antibiotikaeinsätzen dafür, die graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion bereits bei den Kälbern beginnen zu lassen.
  • Ein sorgfältiges Management, angefangen beim Abtränken auf dem Geburtsbetrieb, ist davon unbenommen Voraussetzung für eine erfolgreiche Kälber- und Rindermast auf der Weide.

Quelle: Agrarforschung Schweiz / DGfZ

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich weiterhin in Europa aus und betrifft auch mehrere deutsche Bundesländer. Niedersachsen setzt deshalb konsequent auf Prävention und verstärkte Aufklärung. Dazu hat die niedersächsische ASP‑Sachverständigengruppe neue Informationsvideos erstellen lassen, die Jäger- und Landwirtschaft sowie die Öffentlichkeit über die Tierseuche und wichtige Vorsorgemaßnahmen informieren. Die Kurzfilme verdeutlichen, wie weitreichend sich das Virus ausbreiten kann: Genetisch nahezu identische Erreger wurden in Nordrhein‑Westfalen und der italienischen Region Kalabrien festgestellt; zuletzt gab es zudem Nachweise bei Wildschweinen in Spanien.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz / DGfZ

Nach dem Nachweis der Aujeszkyschen Krankheit (AK) bei vier Jagdhunden aus den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Norwestmecklenburg mit bestätigtem direkten Kontakt zu Wildschweinen hat das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) umfangreiche Untersuchungen bei Wildschweinen durchgeführt. Insgesamt wurden bislang 230 Blutproben von Wildschweinen aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim untersucht. Bei 26 Tieren konnten Antikörper gegen die Aujeszkysche Krankheit im Blut nachgewiesen werden, was einem Anteil von 11,3 Prozent entspricht.

Quelle: regierung-mv.de

Zum 4. Mal nach 2015, 2018 und 2023 hat die Federation of Veterinarians of Europe (FVE), der Dachverband für tierärztliche Organisationen aus Europa, ihre nächste Umfrage gestartet, um die aktuelle Lage des Tierarztberufs bewerten zu können.

Zur Umfrage

Die Beantwortung dauert lediglich10 bis 15 Minuten.

Die 4. FVE VetSurvey beleuchtet sowohl Arbeitsbedingungen und Wohlbefinden als auch Karrieretrends und zukünftige Herausforderungen. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Erhebung zu einer aussagekräftigen Evidenzbasis für den Berufsstand entwickelt und konnte bislang wertvolle Erkenntnisse zu der Stimmungslage der Tierärzteschaft in Europa liefern.

Quelle: Vetion/DGfZ

BMLEH und BMFTR begrüßen geplante EU-Regelung für neue genomische Techniken (NGT)

Die Bundesregierung begrüßt die geplante EU Regelung zu neuen genomischen Techniken (NGT), die einen wichtigen Schritt für moderne Pflanzenzüchtung darstellt. Der Ausschuss der Ständigen Vertreter der EU-Mitgliedstaaten hat sich dafür ausgesprochen, bestimmte genomisch veränderte Pflanzen – solche, deren Veränderungen auch natürlich oder durch klassische Züchtung entstehen könnten – künftig vom strengen EU Gentechnikrecht auszunehmen (Kategorie 1/NGT-1). Der Verordnungsentwurf sieht unter anderem mehr Transparenz bei Patenten, freiwillige Lizenzmodelle sowie eine Kennzeichnungspflicht auf Saatgutebene für NGT 1 Pflanzen vor. Nach der Zustimmung der Mitgliedstaaten steht nun noch die Entscheidung des Europäischen Parlaments aus. Sowohl das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) als auch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sehen darin eine sachgerechte und zukunftsorientierte Entscheidung, die den im Koalitionsvertrag verankerten Zielen zur Förderung der Biotechnologie entspricht. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hebt das große Potenzial der neuen Techniken hervor, Pflanzen widerstandsfähiger und ertragreicher zu machen – etwa gegenüber Klimaextremen oder Krankheiten. Die Förderung biotechnologischer Innovationen bleibe ein zentrales Ziel ihres Hauses.

Quelle: BMLEH/DGfZ

Im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern wird ab Januar 2026 das Exzellenzcluster Reasonable Artificial Intelligence an der Technischen Universität Darmstadt für die kommenden sieben Jahre gefördert. Das scheibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/3357) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit dem TitelStrategien und Maßnahmen der Bundesregierung zur Nutzung künstlicher Intelligenz in Forschung und Wissenschaft.

Der Wissenschaftsrat, der die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Wissenschaft und der Forschung einschließlich der Hochschulen berät, wird Anfang 2026 eine Arbeitsgruppe zu KI in der Forschung konstituieren, die sich mit der Rolle von Künstlicher Intelligenz in der wissenschaftlichen Forschung befassen und dazu Empfehlungen erarbeiten soll. Im Rahmen der Hightech Agenda Deutschland wird die Bundesregierung die Erforschung, Entwicklung und Nutzung von KI zudem in enger Abstimmung mit den Ländern, der EU und weiteren Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gezielt vorantreiben.

Quelle: Dt. Bundestag /DGfZ

Plastikverschmutzung ist längst ein globales Umweltproblem. Neben Mikroplastik rückt nun Nanoplastik in den Fokus – Partikel kleiner als 100 Nanometer, die durch den Zerfall von Kunststoffen entstehen und nahezu unsichtbar in der Umwelt verbreitet sind. Im Unterschied zu Mikroplastik (1 µm – 5 mm) gibt es derzeit kaum adäquate Analysemethoden zum Nachweis von Nanoplastik (< 1 µm) in Mensch und Tier. Forschende gehen jedoch davon aus, dass sich auch diese kleinen Partikel in Geweben anreichern können.

Quelle: FBN / Dr. Bettina Bongartz

Studie der Universitäten Hohenheim, Helsinki, Zürich und der TU München deckt neue Risiken für die Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit auf.

Mikroplastik beeinträchtigt die Fermentation im Pansen von Rindern und beeinflusst das Darmmikrobiom. Das zeigt eine neue gemeinsame Studie der Universitäten Helsinki, Zürich, Hohenheim und der TU München. Die Forschenden inkubierten Flüssigkeit aus dem Pansen – der ersten Magenkammer von Rindern – mit verschiedenen gängigen Mikroplastikarten und stellten fest: Alle getesteten Kunststoffe veränderten die mikrobielle Aktivität, reduzierten die Gasproduktion und wurden teilweise abgebaut.

Quelle: Universität Hohenheim

Die Forschungseinrichtung Wissenschaft für innovative und nachhaltige Geflügelhaltung (WING) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) setzt wissenschaftliche Projekte aus den Fachrichtungen Tierwohl und Tiergesundheit, Tierhaltung und Tierernährung, Nachhaltigkeit sowie Umweltschutz inter- und transdisziplinär um. Seit dem Wintersemester 2025/26 haben die Studierenden erstmals die Möglichkeit, praxisnahe Einblicke in aktuelle Themen der Nutzgeflügelhaltung zu erhalten.

Quelle: Vetion

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) fordert eine umfassende und unabhängige Evaluierung der seit November 2022 geltenden Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Beim Kongress des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte in Wiesbaden betonte FN-Präsident Martin Richenhagen die Bedeutung einer fairen Entlohnung tierärztlicher Leistungen, kritisierte jedoch die aktuelle Ausgestaltung der GOT sowie die geplante Evaluierung durch das Bundesministerium. Die FN sieht insbesondere im Pferdebereich erhebliche finanzielle Belastungen, die durch die Erhöhung der Gebühren und durch aus ihrer Sicht problematische Auslegungen einzelner GOT-Positionen durch die Bundestierärztekammer verstärkt werden.

Quelle: FN / DGfZ